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iran

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iran [2020/09/12 20:31]
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iran [2020/09/13 06:37] (aktuell)
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 ==== - VG Düsseldorf, Urteil vom 02.07.2020, 5 K 6462/19.A ==== ==== - VG Düsseldorf, Urteil vom 02.07.2020, 5 K 6462/19.A ====
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 +>Dem Kläger steht der begehrte Anspruch auf die Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft zu, weil für ihn bei einer Rückkehr in den Iran mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit eine Verfolgungsgefahr bestünde, wenn er seine Homosexualität dort so lebte, wie er sie nach Überzeugung des Gerichts nunmehr tatsächlich dauerhaft lebt.
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 +>Das Gericht hat nämlich zum einen in der mündlichen Verhandlung aufgrund der glaubhaften Aussagen des Klägers und des informatorisch angehörten Beraters der Aidshilfe Düsseldorf in Verbindung mit dem authentisch-glaubwürdigen Auftreten und Verhalten des Klägers die Überzeugung gewonnen, dass der Kläger tatsächlich homosexuell orientiert ist und er diese sexuelle Orientierung zudem - aufgrund eines ernsthaften Bedürfnisses und nicht lediglich asyltaktisch bedingt - so betont „feminin“ ausdrückt und ausdrücken will, lebt und leben will, dass ihm nicht zugemutet werden kann, sich im Iran anders zu verhalten.
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 +>Zum anderen ist davon auszugehen, dass die Homosexualität des Klägers, wenn er sie in dem von ihm tatsächlich gelebten und damit flüchtlingsrechtlich „geschützten Verhaltensmodus“ bei einer Rückkehr in den Iran zeigte, den dortigen Sicherheitskräften alsbald als Homosexueller auffallen würde. Da nach der Auskunftslage iranische Sicherheitskräfte Personen, die sie als Mitglieder der Gruppe der LBGTI verdächtigen, belästigen, festnehmen und inhaftieren und es bei derartigen Inhaftierungen („traditionally“) zu physischen Misshandlungen kommt,
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 +>vgl. die im internet frei zugänglich verfügbare information: UK Home-Office, Country Policy and Information Note, „Iran: Sexual orientation and gender indentity or expression“, (Stand: Juni 2019 ), s. dort Nr. 4.1. mit den dort zitierten Quellen, s. insbesondere Nrn.4.1.1, 4.1.3, 4.1.11, 4.1.12, 4.1.14,
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 +>ist das Gericht zu der Überzeugung gelangt, dass der Kläger bei einer Rückkehr in den Iran mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit mit einer hinreichend gravierenden Verfolgungshandlung im Sinne des § 3 Abs. 2 AsylG, d.h. mit einem Eingriff zumindest in seine physische Freiheit aufgrund poilizeilicher oder justitielier Maßnahmen in einer als solcher diskriminierend wirkenden Weise, nämlich allein aufgrund seiner sexuellen Ausrichtung - und damit zugleich in Anknüpfung an einen Verfolgungsgrund nach § 3b AsylG - rechnen muss.
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 +>Verfolgungsmaßnahmen, die vom iranischen Staat ausgehen, werden nach der Auskunftslage landesweit praktiziert,
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 +>vgl. Bericht des Auswärtigen Amtes über die asyl- und abschiebungsreievante Lage in der Islamischen Republik Iran, Stand: Februar 2020, S. 17,
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 +>so dass ein Verweis des Klägers auf Ausweichmöglichkeiten im Iran im Sinne des § 3e AsylG (Interner Schutz) nicht in Betracht kommt.
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 {{ :200707_vg_d_schwul_3pos.pdf |Urteil}} {{ :200707_vg_d_schwul_3pos.pdf |Urteil}}
iran.txt · Zuletzt geändert: 2020/09/13 06:37 von 40.77.167.230